Warum gibt es Kantinen-Essen?

Eine Vollverpflegung für über 600 Personen anzubieten ist logistisch und finanziell aufwendig, insbesondere wenn die verschiedenen Ernährungsbedürfnisse und Unverträglichkeiten berücksichtigt werden sollen. Dies über eigene Kochcrews sicherzustellen, wurde mehrere Jahre versucht, damals noch für etwa 400 Personen. Leider fanden sich zunehmend immer weniger Kochcrews, die auf dem Camp kochen wollten (sondern lieber das Pfingstcamp als Teilnehmer*innen genießen wollen) und die Kosten sowie der Zeitaufwand für Lebensmittel und Koch-Technik-Beschaffung waren sehr hoch. Über die Kantine vor Ort können wir eine vegane, vegetarische und omnivore Verpflegung sicherstellen und dies zu Preisen, bei denen wir möglichst wenig Teilnehmer*innen finanziell ausschließen.
Um eine möglichst individuelle Ernährung zu ermöglichen, soll es durchgehend eine Grundversorgung mit Obst und Gemüse im Speisesaal geben, es gibt in Laufweite einen Supermarkt und Gaststätten, kleine Snacks können an der Theke im Speisesaal erworben werden und in den Abendstunden gibt es Angebote von KochCrews zum Selbstfinanzieren. Außerdem kann es nie verkehrt sein, den Lieblings-Aufstrich einfach mitzubringen. Für Babynahrung und Lebensmittel, die gekühlt werden müssen, können nach vorheriger Absprache auch Kühlmöglichkeiten organisiert werden.

Warum sind die Bungalows kalt und hellhörig?

Die Bungalows sind nicht beheizbar und haben nur sehr dünne Wände. Massive Bungalows, Heizung und sanitäre Anlagen im/am Bungalow wären sicherlich schöner, leider kostet diese Ausstattung aber viel mehr Geld. Mit dem Camp in Doksy haben wir einen Ort gefunden, der uns eine Unterbringung von über 600 Personen in Betten ermöglicht, eine Campleitung, mit welcher wir vertrauensvoll zusammenarbeiten können und dies zu Preisen, bei denen wir möglichst wenig Teilnehmer*innen finanziell ausschließen. Eine günstigere Lokalität in dieser Größenordnung, die wir selbstbestimmt gestalten können, wurde bisher nicht gefunden.
Daher packe dir vielleicht einfach deine Lieblingskuscheldecke, den flauschigen Schlafanzug und/oder dicke Socken mit ein, falls die Nächte kalt werden.

Warum gibt es auf dem Camp feste Strukturen wie Sanis, Radiocrew, Prinzessinnen, Fahrer*innen, Infocafé, usw.?

Das Pfingstcamp soll auch ein Ort für Menschen sein, die zum ersten Mal auf einem Camp sind, ohne Bezugspersonen da sind und/oder Unterstützung für einen selbstbestimmten Alltag brauchen. Daher soll mit den einzelnen Strukturen einen Grundinfrastruktur sichergestellt werden, um für alle ein möglichst selbstbestimmtes Zusammenleben auf dem Camp zu ermöglichen. Es soll für alle Transparent sein, wo, wie bzw. an wen Mensch sich bei Fragen, Ideen und Problemen rund um das Pfingstcamp wenden kann. Der „do-it-yourself“-Gedanke soll damit nicht über Bord geworfen werden, sondern nur auf eine Grundlage gestellt werden, dass Camp funktioniert nur, wenn alle sich einbringen und Verantwortung übernehmen.

Warum gibt es Camp regeln und eine Awarenessstruktur?

Das Pfingstcamp soll ein Ort sein, an dem sich jede*r wohl fühlen kann, mit gegenseitiger Rücksichtnahme und möglichst frei von Diskriminierung. Da wir aber alle Teil einer Gesellschaft sind, in welcher Diskriminierung zum Alltag gehört, ist niemand von uns davor gefeit, diese Muster (auch aus versehen) zu reproduzieren, also zu wiederholen.
Die Camp regeln und die Awarenessstruktur sind Instrumente, mit denen wir versuchen, ein Zusammenleben von vielen verschiedenen Menschen auf dem Camp gleichberechtigt und rücksichtsvoll zu ermöglichen. Dies sind dabei die Instrumente, die uns aktuell am sinnvollsten erscheinen, können und müssen sich an die Lebensrealitäten anpassen und werden hoffentlich irgendwann nicht mehr nötig sein.
Wir dürfen nicht vergessen, Diskriminierung gibt es auch in linken Strukturen. Solange sexualisierte Gewalt, geschlechtsspezifische Stereotype und mackerhafte Raumnahme (auf dem Pfingstcamp) passieren, müssen wir daran arbeiten und uns reflektieren.

Was ist die Awarenessstruktur auf dem Pfingstcamp?

Das Pfingstcamp soll für alle ein Ort sein, an welchem Mensch sich wohlfühlen kann. Damit das auch so ist, kannst du dich, wenn du Grenzverletzungen erlebst an die die Awarenessstruktur – oder auch A-Team genannt – wenden. Was für dich eine Grenzverletzung ist, entscheidest du allein.
Sie sind Ansprechpartner_innen für dich und handeln nur nach deinen Wünschen. Du kannst sicher sein, dass sie nicht ohne deine Einwilligung in irgendeiner Form handeln. Ihr Ziel ist es, dich zu unterstützen, damit du dich wieder wohlfühlen kannst.
Wenn du das möchtest, kann dir die Awarenessstruktur einen Schutzraum zur Verfügung stellen, in dem du dich aufhalten und sicher fühlen kannst.
Du kannst sie rund um die Uhr erreichen, entweder über Handy über die auf dem Camp veröffentlichen Nummer oder du sprichst sie einfach direkt an. Du erkennst sie bspw. an den Funkgeräten mit den Schleifchen.

Was mache ich, wenn ich Fragen oder Bemerkungen habe?

Viele Hinweise und Erklärungen wurden in den FAQs oder den einzelnen Beschreibungstexten zusammengetragen. Bitte lies dir dieses erst durch und wenn du keine passende Antwort findest, schreibe eine Mail an elli[at]pfingst.camp oder tommy[at]pfingst.camp . Das Pfingstcamp lebt auch davon, dass alle mitdenken und die investierte Zeit gegenseitig wertschätzen. Ebenso gehört Fehlerfreundlichkeit dazu. Das heißt, Fehler passieren, wichtig ist dass wir daraus lernen. Daher werden die FAQs bei Bedarf überarbeitet und ergänzt.