Why is everything here written in German?

The Pfingstcamp is organized by the Linksjugend [‘solid] Sachsen. We are an independent political youth organisation close to the party DIE LINKE. Sachsen and rooted in the federal state of Saxony. Due to this, most of the participant are German-speaking people out of this area and most of the cultural program and the workshops are held in German. Since we are working for a progressive Europe without borders, we have the claim to reduce (especially language) barriers and working on an internationalization of our Camp. For this reason, we created a working group with the aim to translate parts of the camp and stay in contact with our international friends. If you are a non-German speaker and have any questions or suggestions about the camp, feel free to write an E-Mail to internationales@lists.pfingst.camp

Warum ist das Pfingstcamp (noch) kein internationales Camp?

Die Aussage „wir sind ein internationales Camp“ ist schnell getroffen, trifft aber in der Regel erst zu, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind. Jedes Jahr kommen auch einige Teilnehmer*innen aus entfernteren Ecken der Welt aufs Pfingstcamp, um den Anspruch „international“ aber gerecht zu werden, bräuchte das Pfingstcamp unter Anderem eine Anmeldung samt Informationen und Camp-Ausschilderung in mehreren Sprachen, ebenso ein Seminarangebot was zumindest übersetzt wird und die Möglichkeit der gleichberechtigten Teilnahme jenseits der Voraussetzung gut mit der deutschen Sprache umzugehen. Da die ehrenamtliche Vorbereitungsstruktur dies (noch) nicht stemmen konnte, muss das Pfingstcamp auch nicht mit diesem Label geschmückt werden bzw. dies vorgetäuscht werden.

Warum läuft (ständig) so schlechte/gute Musik?

Musikalische Vorlieben variieren von Mensch zu Mensch. Und da die Anzahl der Locations und die Zeit, in welcher laut Musik gespielt werden kann, begrenzt sind, können auch nicht alle Vorlieben abgedeckt werden. Bei der Planung der Künstler*innen wird versucht ein Programm zusammen zu stellen, welches möglichst kostengünstig ist, dem politischen Anspruch der linksjugend nicht widerspricht, möglichst geschlechterquotiert ist und ein breites musikalisches Spektrum abdeckt bzw. mehrheitsfähig ist. Dafür arbeiten, verhandeln und recherchieren viele Akteur*innen sehr hart und versuchen auf alle Feedbacks einzugehen, aber können die sich widersprechenden Bedürfnisse nicht alle erfüllen und bekommen für ihren zeitintensiven Einsatz sehr oft unschöne Worte (oder auch schon Schlimmeres) an den Kopf geschmissen. Wenn die Musikdarbietungen für dich dennoch nicht tragbar erscheinen, bist du herzlichst eingeladen, das Kulturprogramm mit vorzubereiten oder konstruktive Vorschläge zu senden. Die Party, auf der ausschließlich die Musik läuft, die du magst, findet meist nur in deinem Zimmer mit dir alleine statt.

Wie ist der Umgang mit Drogen auf dem Camp?

In der Tschechischen Republik gelten andere Gesetze und Gesetzesinterpretationen als in Deutschland. Beispielsweise ist der Nichtraucher*innen-Schutz weniger geregelt, es gibt höhere Toleranzgrenzen für manche Substanzen und im Straßenverkehr liegt der zulässige Alkoholgehalt im Blut bei 0,0 Promille. Es kann also nicht schaden, sich vor dem Camp über die aktuelle Gesetzeslage zu informieren.
Auf dem Camp selbst soll sich jede_r so entfalten können, wie gewollt, aber nur soweit niemand anderes eingeschränkt wird. Nehmt daher beim Konsum von Drogen Rücksicht auf andere, sorgt beispielsweise dafür, dass die Familie bei der Essensausgabe nicht zu-geraucht wird oder jemand so berauscht ist, dass andere gefährdet werden. Passt gegenseitig aufeinander auf und im Zweifelsfall ist der eigene Bungalow ein guter Zufluchtsort um den Rauchpegel wieder auf das gewünschte Maß zu bringen – entweder mit einer Mütze voll Schlaf oder „weiterberauschen“ in vertrauter Runde. Bei Problemen oder Unsicherheiten stehen die Sanis oder die Menschen von Safer Camping mit Rat & Tat (und Wasser & Obst) zur Seite. Dennoch ist das Pfingstcamp nicht der Ort, an dem ein Mensch seine Grenzen gleich mehrere Tage in Folge austesten und überschreiten kann, den dies wirkt ausnutzend für die vielen Helfer*innen, die auch so schon viel zu tun haben.

Was für Aufgaben gibt es vor, auf und nach dem Pfingstcamp? Wie kann ich mitmachen?

Das Pfingstcamp lebt nicht nur von Ideen, sondern vor, nach und während des Camps machen viele helfende Hände diesen Freiraum für 4 Tage möglich. Einige Aufgaben erfordern Vorwissen, in vieles kann mensch sich aber in kurzer Zeit einarbeiten. Damit jede_r ein möglichst konkretes Bild von den Aufgaben hat, wird versucht für möglichst alle Tätigkeiten ein „Briefing“ zu schreiben und zu veröffentlichen, damit mensch sich darauf einstellen und ggf. vorbereiten kann.
Es werden auch immer Mitmacher*innen in den einzelnen Crews gesucht. Für die Mitarbeit in der Vor- und Nachbereitung und für alle Ideen und Unterstützungsangebote, an die an dieser Stelle noch gar nicht gedacht wurde, kannst du dich einfach an elli[at]pfingst.camp oder tommy[at]pfingst.camp wenden.

Warum sind die Teilnehmer*innen-Preise so hoch/niedrig?

Prinzipiell soll die Teilnahme am Pfingstcamp bei niemanden am Geldbeutel scheitern, aber auf der anderen Seite, müssen irgendwie so viel wie möglich Teilnehmer*innenbeitrag eingenommen werden, um das Camp zu finanzieren. Abseits von der bei der Anmeldung angegebenen Summe, kannst du bei der Anmeldung vor Ort auch gern ein paar Euro mehr zahlen, oder wenn es nicht anders geht eben weniger. Jede*r Campteilnehmer*in kostet ca. 110 Euro, die Differenz zum Teilnehmer*innenbeitrag muss also von der linksjugend [’solid] Sachsen und Untersützer*innen gestemmt werden.

Warum sollte ich eine Taschenlampen mitbringen?

Das Gelände mit Bungalows für über 600 Personen ist ziemlich groß und nicht jede Ecke kann mit Laternen oder Lichtinstallationen ausgeleuchtet werden, ohne dass die Kosten dafür zu hoch werden oder der Lichtschein in den Bungalows beim Schlafen stört. Auch kann es vorkommen, dass die Kapazität einer Stromleitung zu sehr ausgereizt wird und sich die Sicherung verabschiedet, was erst mal etwas Zeit für Instandsetzung braucht bei vielen Sicherungsstandorten. Daher kann es in den Nachtstunden auch schon mal sehr dunkel bei der Suche nach dem Schlafplatz sein. Einige Pfingstcampteilnehmer*innen packen daher neben Taschenlampe auch eine Lichterkette oder anderes Leuchtelement ein, um ihren Bungalows nachts schnell wiederzufinden.

Warum sollen keine externen Menschen auf das Camp-Gelände?

Alle Teilnehmer*innen des Pfingstcamps erklären sich mit den Campregeln und der Awarenessstruktur einverstanden, damit sich auf dem Camp alle möglichst frei entfalten können. Gäste der umliegenden Camps oder Menschen aus dem Ort, die abends mit tanzen und feiern wollen, wissen von diesen Regeln und Reflektionsprozessen oft nichts und beachten sie daher auch nicht. Außerhalb der Pfingscampzeit finden auf dem hiesigen Gelände Parties statt, die noch weniger Freiraum von insbesondere Sexismus und Mackertum darstellen. Leider denken einige Touristenagenturen das Pfingstcamp als „Saisonseröffnung“ bewerben zu müssen, sodass sich gelegentlich Menschen auf das Gelände verirren, die nicht bereit sind Rücksicht auf andere zu nehmen. Um das Pfingstcamp als Freiraum zu ermöglichen, soll es daher auf dem Campgelände neben dem Camppersonal nur Teilnehmer*innen des Pfingstcamps geben. Umgesetzt wird die bspw. indem an den Bars nur bedient wird, wer ein Pfingstcamp-Bändchen trägt. Damit werden in dieser Zeit andere von der Nutzung des Geländes ausgeschlossen, für alle die am Pfingstcamp (mit allem was dazu gehört) teilnehmen wollen, gibt es aber jederzeit die Möglichkeit sich vor Ort anzumelden und ein Bändchen zu bekommen.
Bis auf wenige Bungalows am Eingang des Campgeländes haben wir das komplette Camp gemietet. Die kleine Gruppe namens „Freiberger“ nutzt das Gelände schon jahrelang und bereits weit bevor hier das Pfingstcamp stattfindet. Sie haben sich mit den Pfingstcampregeln einverstanden erklärt, bekommen ein Extra-Bändchen und sind aber eher da um sich mal wieder zu treffen als an den Pfingstcamp-Angeboten teilzunehmen.

Wieso bekomme ich keinen Nachschlag beim Essen?

Um die richtigen Mengen an Lebensmitteln einzukaufen, braucht die Campleitung bereits mehrere Tage vor dem Campbeginn eine Angabe, wie viele Personen was essen wollen. Zu dieser Zeit melden sich aber immer noch viele Teilnehmer*innen an, ändern ihre Ernährungswünsche oder sagen kurzfristig ab. Es wird versucht möglichst gut hochzurechnen, damit einerseits alle ihr Essen bekommen können aber andererseits kein Essen umsonst besorgt wird, was auch bezahlt werden muss. Trotz dass die Küche von sich aus immer schon mehr Portionen macht, als angegeben, kam es schon vor, dass Teilnehmer*innen, die bspw. weil die Diskussionsrunde in ihrem Workshop länger ging, später in den Speisesaal kamen nichts mehr zu Essen bekommen haben. Daher möchte die Küche dafür sorgen, dass alle etwas zu Essen bekommen und verteilen Nachschlag erst, wenn sie sicher sind, das alle anderen versorgt sind.

Warum schmeckt das Essen so, wie es schmeckt?

Die Gewohnheiten und Vorlieben bei Rezepten, Zutaten und Zubereitung variieren je nach Ort, auch das Wissen über vegane oder vegetarische Ernährungsmodelle. Die Köch_innen vor Ort sind sehr daran interessiert, möglichst viele Vorlieben der Pfingstcampteilnehmer_innen zu berücksichtigen, erkundigen sich regelmäßig nach Feedback bei der Orga-Struktur und passen ihre Speisepläne von Jahr zu Jahr mehr an. Wer allerdings „deutsche Küche“ erwartet, sollte ihr „Eisbein auf Sauerkraut“ lieber selbst mit bringen.